Rio Filmpalast
seit 1960 · geöffnet
Der Rio Filmpalast am Rosenheimer Platz ist ein traditionsreiches Kino in Haidhausen. 1960 von Bruno Reich eröffnet, wurde er über drei Generationen als Familienbetrieb geführt. Seit dem 1. Juli 2021 gehört das Haus zur UnserKino-Gruppe von Christian Pfeil und Markus Eisele. Heute gibt es zwei Säle, den großen Roten Salon und den Blauen Salon.[1][2]
| Status | geöffnet |
|---|---|
| Typ | Filmkunst- und Erstaufführungskino |
| Adresse | Rosenheimer Straße 46, 81669 München |
| Stadtbezirk | Au-Haidhausen |
| Anfahrt | S-Bahn Rosenheimer Platz; Tram 15/25 |
| Karte | OpenStreetMap |
| Eröffnung | 1960, gegründet von Bruno Reich |
| Umbau zu zwei Sälen | 1977 |
| Betreiberwechsel | 1. Juli 2021 |
| Säle | 2 |
| Sitzplätze | 460 reguläre Plätze (352 + 108); zusätzlich 5 Behindertenplätze |
| Betreiber | Arena Filmtheater BetriebsGmbH (Neo Kinos); Geschäftsführer Markus Eisele und Christian Pfeil |
| Telefon | 089 / 48 69 79 |
| Website | neokinos.de/rio |
Geschichte
1960 gründete Bruno Reich den Rio Filmpalast. Das Haus war zunächst ein großes Ein-Saal-Kino mit ungefähr 700 Sitzplätzen. In der Zeit, als die Münchner Innenstadtkinos bevorzugt die neuen Filme bekamen, gehörte das Rio zu den sogenannten Vorstadtkinos. Nach Darstellung von artechock endete die entsprechende Benachteiligung bei Erstaufführungen erst 1992.[3]
1977 wurde der große Saal geteilt: Aus der ehemaligen Loge entstand ein zweiter, oberhalb des Hauptsaals angeordneter Kinosaal. Die Anlage blieb damit trotz der Teilung vergleichsweise großzügig. Nach weiteren Umbauten beschrieb artechock 2015 noch 357 Plätze im großen und 108 im kleinen Saal; die Betreiberangaben von heute lauten 352 und 108.[3][1]
Nach Bruno Reich und der nachfolgenden Generation übernahm Elisabeth Kuonen-Reich das Kino von ihren Eltern. Sie führte es seit 1998 und prägte es mit persönlicher Gastlichkeit und einem sorgfältigen Programm. Im Frühjahr 2019 starb sie unerwartet. Ihr Mann Daniel Kuonen entschied sich schließlich, den Familienbetrieb abzugeben.[1][4]
Am 1. Juli 2021 übernahm die Arena Filmtheater BetriebsGmbH das Kino. Dahinter stehen Christian Pfeil und Markus Eisele, die auch mit den Münchner Kinos Arena und Monopol verbunden sind. Die Übernahme fiel mit der Wiederöffnung der Kinos nach dem pandemiebedingten Lockdown zusammen. Die neuen Betreiber behielten den Charakter des Hauses bei, modernisierten aber unter anderem Technik und Gastronomie.[2][4]
2023/24 wurden die digitalen Projektoren beider Säle erneuert. Der große Saal erhielt dabei einen 4K-RB-Laserprojektor und eine neue Leinwand.[1]
Säle & Technik
| Merkmal | Kino 1 · Roter Salon | Kino 2 · Blauer Salon |
|---|---|---|
| Sitzplätze | 352 | 108 |
| Behindertenplätze (separat ausgewiesen) | 3 | 2 |
| Pärchensitze | 8 | 7 |
| Leinwand | 12 × 6 m | 6 × 3,5 m |
| Leinwandfläche | 72 m² | 21 m² |
| Projektion | NEC 4K mit RB-Laser | NEC 2K |
| Ton | Dolby Digital 7.1 | Dolby Digital 5.1 |
Alle technischen Angaben und Sitzplatzzahlen stammen aus der offiziellen Saalübersicht.[1]
Programm & Besonderheiten
Das Rio verbindet ein anspruchsvolles Filmprogramm mit zugänglichen Erstaufführungen. Hinzu kommen Sondervorstellungen, Gespräche, Schulveranstaltungen und Kooperationen mit Filmreihen. Seit dem Start 2019 gehört es zu den Münchner Spielstätten von SilberFILM, einem Kinoangebot für ältere Menschen.[5][6]
Zum Kino gehört die Rio Bar mit Außenbereich. Nach der Betreiberübernahme erhielt sie ein überarbeitetes Konzept mit Schwerpunkt auf Cocktails; sie ist auch als Treffpunkt nach der letzten Vorstellung gedacht.[1]
Eine historische Eigenheit des Hauses ist die räumliche Anordnung der beiden Säle: Der kleinere Saal entstand nicht durch eine gewöhnliche Teilung des Parketts, sondern aus der ehemaligen Loge über dem großen Saal.[3]
Barrierefreiheit
Das Rio weist drei Behindertenplätze in Kino 1 und zwei in Kino 2 aus. Nach einem Münchner Barrierefreiheitsführer ist ein stufenloser Zugang über den Ausgang in der Passage rechts vom Kino möglich. Der aktuelle Veranstalter SilberFILM empfiehlt für Menschen mit Rollator im großen Saal die barrierefrei zugänglichen Parkettreihen K bis R und erwähnt das über einige Stufen erreichbare nicht barrierefreie WC.[1][7][6]
Persönliches
Vor dem Betreiberwechsel ein Kino, das ich nur notgedrungen während des Münchner Filmfests aufsuchte: ich hasste einiges daran.
Seit den Umbauten durch die neuen Betreiber wäre ich schon allein wegen der großen Leinwand so gerne viel öfter dort - das Programm ist jedoch deutlich mainstreamiger als in den übrigen Neo Kinos, zudem laufen sehr oft nur die deutschsprachigen Fassungen der Filme.
Quellen
- Rio Filmpalast: Unser Kino – Geschichte, Säle und Technik
- Rio Filmpalast: Impressum / Betreibergesellschaft
- artechock (2015): Kinoporträt Rio Filmpalast
- artechock (2021): Interview mit Christian Pfeil und Markus Eisele
- Rio Filmpalast: Klasse Kino / Schulvorstellungen
- SilberFILM München: Spielstätte Rio und Hinweise zum Zugang
- Behindertenbeirat München: Barrierefrei durch München (historische Angaben, PDF)
- Süddeutsche Zeitung (2021): Rio Filmpalast hat neuen Betreiber
Weblinks
Stand: Oktober 2026