Palast-Lichtspiele Pasing (Pa-Li)
1929/1930–1982 · geschlossen
Die Palast-Lichtspiele, im Volksmund Pa-Li, waren ein repräsentatives Filmtheater in der Spiegelstraße 7 in Pasing. Der 1929 im Art-déco-Stil errichtete Kinopalast besaß luxuriöse Logen und sogar einen Orchestergraben. Mit seiner Schließung 1982 verlor Pasing sein letztes dauerhaftes Kino.[1][2]
| Status | geschlossen |
|---|---|
| Bezeichnung | Palast-Lichtspiele / Palastlichtspiele / Pa-Li |
| Adresse | Spiegelstraße 7, München-Pasing (historisch; einzelne spätere Veröffentlichungen nennen abweichend Spiegelstraße 3) |
| Erbauung | 1929, Art-déco-Stil |
| Eröffnung | 1929 laut SZ; das Pasinger Archiv nennt 1930 – exaktes Datum ungeklärt |
| Schließung | 1982 |
| Säle | 1 großer Kinosaal, mit Logen und Orchestergraben |
| Sitzplätze | nicht zuverlässig ermittelt |
| Leinwandmaße / Projektion / Ton | nicht zuverlässig ermittelt |
| Betreiber | nicht zuverlässig ermittelt |
| Auslastung zuletzt | ca. 15 Prozent laut SZ-Rückblick |
| Nachnutzung | nicht gesichert |
Geschichte
Ein Kinopalast für Pasing
Das Pa-Li entstand am Ende der Stummfilmzeit und war seiner Architektur nach kein kleines Ladenkino: Die Süddeutsche Zeitung beschreibt das Haus als im Art déco gestalteten Kinopalast mit Logen und Orchestergraben. Solche Einrichtungen erinnern an die Zeit, in der Filmvorführungen noch durch Live-Musik begleitet wurden; ob und wie lange der Orchestergraben in Pasing tatsächlich genutzt wurde, ist bislang nicht belegt.[1][2]
Für die Datierung besteht eine kleine Quellenabweichung: Die Süddeutsche Zeitung nennt eine Eröffnung 1929; in der Ereignischronik des Pasinger Archivs heißt es hingegen „1930 – Pali-Kino an der Spiegelstraße ist eröffnet“. Denkbar sind Bau und Fertigstellung 1929 mit Aufnahme des Spielbetriebs 1930; dies ist jedoch nur eine mögliche Erklärung, kein nachgewiesener Ablauf.[1][4]
Ende 1982
1982 stellte das Pa-Li den Spielbetrieb ein. Nach einer Rückschau der Süddeutschen Zeitung war die Auslastung zuletzt auf etwa 15 Prozent gesunken. Zeitgenössische Pasinger Erinnerungen beschreiben die Schließung als Ende der Kinoära im Stadtteil.[1][3]
Pasing als Kinostadt
Pasing hatte früher mehrere Lichtspielhäuser. Ein SZ-Bericht zur Ausstellung „Pasinger Erinnerungsorte“ spricht von zeitweise fünf Kinos im Stadtteil; das Pa-Li war das letzte, das bis 1982 übrig blieb. Der historische Kinostandort wurde später unter anderem durch Ausstellungen des Pasinger Archivs und der Geschichtswerkstatt in Erinnerung gehalten.[1][5]
Spätere Kino-Pläne
2016 scheiterte ein Projekt für ein Multiplexkino mit zwölf Sälen an der Offenbachstraße: Der Projektentwickler erhielt den Zuschlag für das vorgesehene Grundstück nicht. 2018 gab es mit dem Kupa-Sommerkino eine kurze filmische Zwischennutzung in der ehemaligen Kuvertfabrik, aber keine dauerhafte Wiedereröffnung eines Kinos.[3][2]
Offene Fragen und Quellenabweichungen
- Eröffnungsjahr: 1929 (SZ) beziehungsweise 1930 (Chronik Pasinger Archiv).
- Hausnummer: Die SZ nennt ausdrücklich Spiegelstraße 7; eine Sekundärquelle nennt Spiegelstraße 3. Die historische Adressierung sollte anhand alter Adressbücher oder Bauakten überprüft werden.
- Betreiber, Sitzplatzzahl, Leinwandgröße und technische Ausstattung: noch nicht belastbar nachgewiesen.
- Nachnutzung des konkreten Kinogebäudes: noch nicht eindeutig ermittelt.
Quellen
- Süddeutsche Zeitung: Ausstellung „Pasinger Erinnerungsorte“ zeigt historische Ansichten – Spiegelstraße 7, Art déco, Schließung, Auslastung.
- Süddeutsche Zeitung: Kino-Träume für vier Tage (2018) – Eröffnung 1929, Logen, Orchestergraben, Kupa-Sommerkino.
- Münchner Wochenanzeiger: Ausgeträumt (7. Juni 2016) – Pa-Li und gescheitertes Multiplexprojekt, mit historischem Foto aus dem Pasinger Archiv.
- Pasinger Archiv: Ereignisse im Rückblick – Eintrag 1930.
- tz: Pasinger Erinnerungsorte (2022) – Würdigung des Pa-Li.
- Blutenburger Kurier Nr. 93 (2016) – Betriebszeit 1929–1982.
Zuletzt bearbeitet: Oktober 2026