Mathäser Filmpalast
1957–1996 · seit 21. Mai 2003 wieder geöffnet
Der Mathäser Filmpalast an der Bayerstraße ist eines der größten Multiplexkinos Münchens und ein wichtiger Ort für Filmpremieren. Die heutige Anlage wurde 2003 eröffnet und umfasst 14 Säle, darunter das Dolby Cinema und den großen Saal (m)K6. Am Standort befand sich bereits von 1957 bis 1996 ein traditionsreicher Filmpalast. Die Geschichte des Gebäudes reicht als Gastwirtschaft und Bierpalast noch erheblich weiter zurück.[1][2]
| Status | geöffnet |
|---|---|
| Typ | Multiplexkino / Premierenkino |
| Adresse | Bayerstraße 3–5, 80335 München |
| Stadtbezirk | Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt |
| Anfahrt | Karlsplatz (Stachus): S-Bahn, U4/U5 und Tram; Hauptbahnhof: U1/U2 und weitere Verbindungen |
| Karte | OpenStreetMap |
| Eröffnung des ersten Kinos | Januar 1957 |
| Schließung / Abriss | 1996 / 1998 |
| Wiedereröffnung | 21.05.2003 |
| Säle | 14 |
| Plätze | 3,738 nach Addition der aktuellen Saalangaben (einschließlich ausgewiesener Rollstuhlplätze) |
| Größter Saal | (m)K6: 732 Plätze, Leinwand 20,6 × 8,6 m |
| Betreiber | Kinopolis-Gruppe |
| Website | mathaeser.de |
Geschichte
Der Name Mathäser geht auf eine Gastwirtsfamilie des 19. Jahrhunderts zurück. Bereits seit dem 17. Jahrhundert bestand an dieser Stelle ein Bierausschank. Im frühen 20. Jahrhundert wurde daraus ein großer Bierpalast. Während der Revolution vom November 1918 spielte das Mathäser-Bräu eine zentrale Rolle: Am 7. November konstituierte sich hier unter Kurt Eisner der erste Münchner Arbeiter- und Soldatenrat.[2][3]
Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs eröffnete 1957 die neue Mathäser-Bierstadt mit zahlreichen Gaststätten und einem großen Kinosaal. Der damalige Mathäser Filmpalast bot etwa 1.200 Plätze und eine Leinwand von rund 21 × 8,5 Metern. Er wurde von den Filmtheaterbetrieben Georg Reiss geführt und entwickelte sich zu einem wichtigen Münchner Premierenkino. 1967 wurde er modernisiert; später teilte man das Großkino in vier Säle auf. 1996 schlossen Kino und Bierstadt, 1998 wurde der Komplex abgerissen.[4]
Nach dem Neubau eröffnete der Mathäser Filmpalast am 21. Mai 2003 als Multiplex mit 14 Sälen. Der Kinopolis-Gruppe blieb damals nur eine kurze Vorbereitungszeit: Sie übernahm das Projekt erst wenige Wochen vor der Eröffnung, nachdem der ursprünglich vorgesehene Betreiber abgesprungen war. Für die erste Ausstattung wurden mehr als 4.000 Kinositze beschafft.[5]
Im Laufe der Jahre kamen digitale Projektion, 3D, Dolby Atmos, D-BOX-Bewegungssitze und besonders komfortable Premiumsessel hinzu. Ein Saal wurde zum Dolby Cinema mit Dolby-Vision-Projektion und Dolby-Atmos-Ton umgestaltet. Der große Saal (m)K6 verfügt unter anderem über eine RealD-Ultimate-Screen-Leinwand und ein aufwendiges Lichtsystem.[1][6]
Säle & Technik
Die Tabelle beruht auf den veröffentlichten Saalangaben des Betreibers. Die Leinwandflächen sind aus Breite und Höhe berechnet und gerundet. Sie beschreiben die angegebenen Leinwandabmessungen, nicht zwingend die bei jedem Filmformat tatsächlich bespielte Fläche.[1]
| Saal | Plätze | Leinwand | Fläche | Ton |
|---|---|---|---|---|
| Dolby Cinema (Kino 1) | 315 | 15.7 × 6.5 m | 102.0 m² | Dolby Atmos |
| Kino 2 | 285 | 15.6 × 6.5 m | 101.4 m² | Dolby Digital 7.1 |
| Kino 3 | 217 | 11.5 × 6.2 m | 71.3 m² | Dolby Digital 7.1 |
| Kino 4 | 148 | 10.6 × 5.7 m | 60.4 m² | Dolby Digital 7.1 |
| Kino 5 | 124 | 11.2 × 4.7 m | 52.6 m² | Dolby Digital 7.1 |
| (m)K6 | 732 | 20.6 × 8.6 m | 177.2 m² | Dolby Atmos |
| Kino 7 | 197 | 13 × 5.5 m | 71.5 m² | Dolby Digital 7.1 |
| Kino 8 | 219 | 13.2 × 5.5 m | 72.6 m² | Dolby Digital 7.1 |
| Kino 9 | 387 | 15.3 × 6.15 m | 94.1 m² | Dolby Atmos |
| Kino 10 | 337 | 15.8 × 6.6 m | 104.3 m² | Dolby Atmos |
| Kino 11 | 301 | 15.6 × 6.6 m | 103.0 m² | Dolby Digital 7.1 |
| Kino 12 | 203 | 11.9 × 5 m | 59.5 m² | Dolby Digital 7.1 |
| Kino 13 | 148 | 11.5 × 4.8 m | 55.2 m² | Dolby Digital 7.1 |
| Kino 14 | 125 | 11.1 × 4.7 m | 52.2 m² | Dolby Digital 7.1 |
| Gesamt | 3,738 | 14 Säle | ||
Besonders hervorzuheben: Der Saal (m)K6 hat mit rund 177,2 m² die größte angegebene Leinwand des Hauses. Das Dolby Cinema (Kino 1) kombiniert zwei 4K-Projektoren mit Dolby Vision und Dolby Atmos. In ausgewählten weiteren Sälen werden Laserprojektion, D-BOX-Sitze, 3D und High Frame Rate angeboten; nicht jede Technik steht in jedem Saal zur Verfügung.[1][6]
Besonderheiten
Das Haus ist auf große Filmstarts und Premieren ausgelegt, zeigt aber auch Originalfassungen, Sonderveranstaltungen, Konzert- und Opernübertragungen sowie Matineen. Das heutige Kino liegt in einer Passage mit Einzelhandel und Gastronomie. Der historische Name erinnert an die frühere Bierstadt, während der Kinobetrieb in einem vollständigen Neubau stattfindet.[2][7]
Eine historische Besonderheit ist die Verbindung des Standorts mit der Novemberrevolution 1918. Im heutigen Gebäudekomplex wurde 2003 eine Gedenkstätte für Kurt Eisner eröffnet.[8]
Barrierefreiheit
Der Betreiber bezeichnet alle 14 Säle als mit Rollstuhl zugänglich und weist jeweils Rollstuhlplätze aus.[1]
Persönliches
Typisches Multiplex. In den Kinosälen technisch top, aber teilweise problematisches Publikum, das andere Vorstellungen von einem Kinobesuch hat als ich. Die Verkaufstresen sind regelmäßig absolut überlaufen, kein Schnäppchenparadies.
Quellen
- Mathäser Filmpalast: offizielle Website mit Saalübersicht
- Landeshauptstadt München: Mathäser, ehemalige Bierstadt
- Landeshauptstadt München: KulturGeschichtsPfad (PDF)
- ganz-muenchen.de: Geschichte des Mathäser Filmpalasts
- ganz-muenchen.de: Neubau und Wiedereröffnung 2003
- Mathäser: Technik und Ausstattung
- Mathäser: Filmreihen und Veranstaltungen
- Landeshauptstadt München: Jahresbericht 2003 (PDF)
Weblinks
Zuletzt bearbeitet: Oktober 2026