Leopold Kinos
geöffnet · drei Säle
Die Leopold Kinos an der Münchner Freiheit gehören zu den traditionsreichen Schwabinger Filmtheatern. Das Haus verbindet Erstaufführungen und populärere Produktionen mit ausgewählten Filmkunsttiteln, Originalfassungen und Sonderveranstaltungen. Nach fast sechs Jahrzehnten unter der Familie Kuchenreuther wechselte der Betrieb im Frühjahr 2024 zu Daniela Bergauer und Michael Hehl.[1][2]
| Status | geöffnet |
|---|---|
| Typ | Erstaufführungs- und Programmkino |
| Adresse | Leopoldstraße 78, 80802 München |
| Stadtbezirk | Schwabing-Freimann |
| Anfahrt | U3/U6 Münchner Freiheit; Tram 23 und Buslinien |
| Karte | OpenStreetMap |
| Säle | 3 |
| Plätze | 370 (120 + 150 + 100; Angabe artechock, Stand Oktober 2026) |
| Betreiber | Leopold ABC Kinos GmbH; Geschäftsführung Daniela Bergauer und Michael Hehl |
| Website | leopold-abckinos.de |
Geschichte
Die Leopold Kinos stehen in der Tradition der Schwabinger Lichtspielhäuser. Bereits in den 1950er-Jahren fanden hier reguläre Kinovorstellungen statt; Zeitzeugen erinnern sich an Kinder- und Jugendfilme, Wochenschauen und frühe 3D-Vorführungen. Der heutige Kinokomplex wird von artechock als neu errichtetes Premierenkino an einem traditionsreichen Standort beschrieben. Ein belastbares Eröffnungsdatum des ursprünglichen Hauses und ein Datum des Neubaus konnten aus den hier herangezogenen Quellen nicht zweifelsfrei bestimmt werden.[3][4]
1965 übernahmen die Brüder Steffen und Thomas Kuchenreuther das Leopold. Zusammen mit weiteren Münchner Kinos prägten sie über Jahrzehnte die lokale Kinolandschaft. Die Leopold Kinos boten ein breiteres Erstaufführungsprogramm als das ebenfalls von der Familie betriebene, stärker auf Filmkunst spezialisierte ABC-Kino.[1][5]
Während der pandemiebedingten Schließungen wurden die Leopold-Säle mit Unterstützung von Förderprogrammen modernisiert. Nach Angaben der späteren Betreiber wurden dabei Bestuhlung, Projektions- und Tontechnik wesentlich erneuert. Der Betrieb ging nach dem Eigentümerwechsel ohne Unterbrechung weiter.[2]
Ende März 2024 verkaufte Thomas Kuchenreuther die Leopold- und ABC-Kinos an Daniela Bergauer und Michael Hehl, die seit 2019 auch das Augsburger Liliom betreiben. Mathias Wild, Betreiber der Museum Lichtspiele, beteiligte sich als stiller Gesellschafter. Die neuen Betreiber vereinbarten nach eigenen Angaben langfristige Mietverträge über 20 Jahre. Der Wechsel wurde im April 2024 auch im Handelsregister bei der Leopold ABC Kinos GmbH nachvollzogen.[1][6]
Säle & Technik
Die drei Säle verfügen laut artechock über steil ansteigende Sitzreihen. Wie aktuell die Angabe der Sitzplätze ist, ist daher fraglich.[4]
| Saal | Plätze | Leinwandmaße |
|---|---|---|
| Leopold 1 | 120 | keine Angabe |
| Leopold 2 | 150 | keine Angabe |
| Leopold 3 | 100 | keine Angabe |
| Gesamt | 370 | – |
Als Tonsysteme nennt artechock Dolby Digital und DTS; das Haus besitzt außerdem eine Klimaanlage. Die neuen Betreiber bestätigten 2024 eine umfassende Erneuerung der Projektions- und Tontechnik sowie der Kinosessel während der Corona-Jahre. Konkrete Projektormodelle, aktuelle Auflösungen und Leinwandabmessungen werden nicht genannt.[4][2]
Besonderheiten
Zusammen mit dem ABC bildet das Leopold ein Kinoensemble im Umfeld der Münchner Freiheit. Die beiden Häuser teilen sich Betreiber und Website, unterscheiden sich aber im Programmprofil: Das ABC konzentriert sich stärker auf Arthouse und Independent-Filme, während das Leopold auch breiter angelegte Erstaufführungen zeigt. Die Betreiber planen neben der Fortführung des etablierten Programms mehr Sonderveranstaltungen und eine stärkere Ansprache jüngerer Besuchergruppen.[2]
Die Schwabinger Kinotradition ist eng mit der Familie Kuchenreuther verbunden. Nach der Schließung der benachbarten Kinos Münchner Freiheit 2019 blieben das Leopold und das ABC als deren letzte zwei Münchner Häuser bestehen, bis sie 2024 an Bergauer und Hehl übergingen.[1]
Barrierefreiheit
Der Club Behinderter und ihrer Freunde München führt die drei Leopold-Säle getrennt auf. Für Saal 1 wird ein Rollstuhlplatz im hinteren Bereich, für Saal 2 ein Platz nahe der Tür genannt, der nur für einen Schieberollstuhl geeignet sei. Für Saal 3 wird kein Rollstuhlplatz angegeben. Der Eintrag erwähnt außerdem einen großen Aufzug und eine geeignete Toilette.[7]
Persönliches
In diesem Kino war ich nur einmal, noch unter den alten Besitzern, liess mein Ticket jedoch vor Zorn verfallen. Zum Leopold unter der neuen Leitung kann ich daher überhaupt nix sagen.
Quellen
- artechock: Plötzlich Platzhirsche (28.03.2024)
- IN München: Interview mit Daniela Bergauer und Michael Hehl (2024)
- München Wiki: Leopold Kinos, einschließlich Zeitzeugenbericht
- artechock: Leopold Kinos, Saal- und Technikdaten
- Süddeutsche Zeitung: Leopold und ABC unter neuer Leitung (25.03.2024)
- Handelsregisterdaten zur Leopold ABC Kinos GmbH (Companyhouse)
- CBF München: Leopoldkino Säle 1–3, Barrierefreiheit
Weblinks
- Offizielle Website der Leopold- und ABC-Kinos
- artechock: Programm und Kinoprofil
- Münchner Feuilleton: Leopold und ABC unter neuer Führung
Zuletzt bearbeitet: Oktober 2026