Kino Solln

seit 1949 · heutiges Gebäude seit 1995 · geöffnet

Das Kino Solln ist ein traditionsreiches Stadtteilkino in der Sollner Straße. Seine Geschichte reicht bis zu einem Kinosaal im früheren Gasthof „Zum Hirschen“ zurück. Der heutige Bau wurde 1995 mit zwei Sälen eröffnet. Seit Oktober 2023 betreibt Thomas Wilhelm das Haus. Neben aktuellen Spielfilmen gibt es Filmgespräche, Sondervorstellungen und Übertragungen von Oper und Ballett.[1][2]

Statusgeöffnet; Erweiterung geplant
TypStadtteilkino / Programmkino
AdresseSollner Straße 43a, 81479 München
StadtbezirkThalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln
AnfahrtS7 Solln; von dort Fußweg
KarteOpenStreetMap
Kinotradition am Standortseit 1949
Heutiger Kinobau1995 eröffnet
Säle2 (dritter Saal geplant)
Plätze294 (176 + 118)
BetreiberFilmtheaterbetriebe Wilhelm / Thomas Wilhelm (seit 19.10.2023)
Websitekinosolln.de

Geschichte

Seit 1949 gab es in einem ehemaligen Tanzsaal des Gasthofs Zum Hirschen ein Kino. 1964 übernahmen Hermann und Lieselotte Wilhelm die Spielstätte. Unter dem Namen Filmkunststudio Solln – auch Studio Solln genannt – wurde sie insbesondere durch Lieselotte Wilhelms Programmarbeit über den Stadtteil hinaus bekannt.[3][4]

Der alte Saal musste Anfang der 1990er-Jahre wegen Asbestbelastung abgerissen werden. Im Zuge der Veränderungen übernahm die Familie Wilhelm das Neue Rex in Laim. 1995 eröffnete François Duplat in einem Neubau am bisherigen Standort das heutige Kino Solln mit zwei Sälen und ursprünglich etwa 300 Plätzen. Betreiberin war später die Omaha Film GmbH.[3]

2021 war der Fortbestand des Kinos gefährdet: Der Eigentümer erwog, die Räume in Wohnungen und ein Ladengeschäft umzubauen. Nach öffentlichen Protesten wurden diese Pläne aufgegeben.[5]

Zum 19. Oktober 2023 übernahmen Thomas Wilhelm und die Filmtheaterbetriebe Wilhelm das Kino von Omaha Film. Für Wilhelm war dies zugleich eine Rückkehr zu den familiären Wurzeln im Sollner Kinobetrieb.[3][6]

Im Frühjahr 2026 wurde ein neuer Mietvertrag mit zehnjähriger Laufzeit abgeschlossen. Der Betreiber kündigte eine Neugestaltung des Foyers (voraussichtlich bis November 2026), eine neue Klimatisierung beider bestehender Säle ab voraussichtlich Sommer 2027 und einen dritten, klimatisierten und barrierefreien Saal an. Dieser soll als „Studio im Kino Solln“ an das frühere Studio Solln erinnern. Für die Fertigstellung des neuen Saals wurde noch kein verbindlicher Termin veröffentlicht.[6]

Säle & Technik

SaalPlätzeLeinwandfläche (ältere Angabe)
Solln 117628 m²
Solln 211828 m²
Studio im Kino Sollngeplantnoch nicht bekannt

Die Sitzplatzzahlen von 176 und 118 werden auch auf der aktuellen Betreiberwebsite genannt. Ältere Kinoverzeichnisse nennen für beide Säle eine Leinwandfläche von jeweils 28 m² sowie Dolby Digital und dts.[2][4]

Besonderheiten

Das Kino ist Mitglied des Netzwerks Europa Cinemas und berücksichtigt europäische Produktionen in seinem Programm. Daneben gibt es Übertragungen der Metropolitan Opera, des Royal Ballet & Opera, Live-Filmshows, Filmgespräche und besondere Veranstaltungsreihen wie „Kino E Vino“. Die Säle können auch für private oder geschäftliche Veranstaltungen gebucht werden.[1]

Die angekündigte Wiederbelebung des Namens Studio Solln ist ein bemerkenswerter Versuch, die frühere Filmkunsttradition des Stadtteils auch im heutigen Kinokomplex sichtbar zu machen.[6]

Barrierefreiheit

Die beiden bestehenden Kinosäle befinden sich im ersten Obergeschoss und sind nur über eine Treppe erreichbar. Nach den Angaben von „Kultur barrierefrei München“ ist der Besuch für Rollstuhlnutzende derzeit aus Brandschutzgründen nicht möglich. Der angekündigte dritte Saal soll dagegen barrierefrei werden. Die Toiletten befinden sich im Keller des Hauses.[7][6]

Persönliches

Ich war nur zweimal in diesem Kino, nach dem Betreiberwechsel. Dass nun in das Kino investiert wird, freut mich

Beim Betreiberwechsel wurde - so meine ich - erwähnt, dass dieser sehr kurzfristig erfolgte, um das Kino zu retten. Dazu passend, dass das Kino bei ersten Lockdown - also ebenso vor den aktuellen Betreibern - darum bat, keine Tickets zurückzugeben, da man das Geld nicht habe, den Eintrittspreis zu erstatten.

Der Webauftritt war bis zum Betreiberwechsel auf zwei Domains verteilt, und das Impressum auf einer der beiden Domains führte u.a. einen Geschäftsführer der Yorck-Gruppe auf. Das Filmangebot war (und ist) jedoch nicht so arthousig wie bei Yorck-Kinos üblich, und beim Betreiberwechsel ging es nicht an Yorck (also City Kinos).


Quellen

  1. Kino Solln: offizielle Website, Programm und Veranstaltungen
  2. Kino Solln: Informationen zu den Sälen und Sitzplätzen
  3. Süddeutsche Zeitung: Betreiberwechsel und Geschichte (2023)
  4. München Wiki: Kino Solln (historische Technikangaben)
  5. Süddeutsche Zeitung: Das Kino Solln ist gerettet (2021)
  6. Kino Solln: Mietvertrag 2026, Umbau und geplantes Studio
  7. Kultur barrierefrei München: Kino Solln
  8. tz: Porträt Thomas Wilhelm und Kinofamilie (2014)

Weblinks

Zuletzt bearbeitet: Oktober 2026