Gloria Palast
seit 28. August 1956 · geöffnet
Der Gloria Palast am Stachus ist einer der traditionsreichsten Münchner Filmpaläste. 1956 als repräsentatives Premierenkino mit rund 800 Plätzen eröffnet, wird er seit einem grundlegenden Umbau 2012 als Premiumkino mit großzügigen Ledersesseln und Service am Platz betrieben. Anders als viele ehemalige Großkinos besitzt er weiterhin nur einen Saal.[1][2]
| Status | geöffnet |
|---|---|
| Typ | Traditionskino / Premiumkino |
| Adresse | Karlsplatz 5, 80335 München |
| Stadtbezirk | Altstadt-Lehel (am Stachus) |
| Anfahrt | Karlsplatz (Stachus): S-Bahn, U4/U5, Straßenbahn; U1/U2 über Hauptbahnhof |
| Karte | OpenStreetMap |
| Eröffnung | 28.08.1956 |
| Säle | 1 (Parkett und Balkon) |
| Plätze | 242, darunter 2 Rollstuhlplätze (Betreiberangabe) |
| Frühere Platzzahl | rund 800 bei Eröffnung |
| Leinwand | 13,87 × 5,89 m (ca. 81,7 m²) |
| Ton | Dolby Digital 7.1 |
| Projektion | digital, 4K, Laser, 3D, HFR laut Betreiber |
| Betreiber | Kinopolis-Gruppe (seit 2007) |
| Website | gloria-palast.de |
Geschichte
Der Gloria Palast wurde am 28. August 1956 mit einer festlichen Gala eröffnet. Initiatorin war Ilse Kubaschewski, eine der erfolgreichsten deutschen Filmproduzentinnen der Nachkriegszeit. Sie wollte ein besonders komfortables und repräsentatives Erstaufführungskino schaffen. Der Saal bot ursprünglich rund 800 Menschen Platz und galt bei seiner Eröffnung als eines der modernsten Kinos Münchens.[1]
Berühmt waren die Wasserspiele vor der Leinwand: Von einer Orgel gesteuert, stiegen farbig beleuchtete Fontänen auf, begleitet von Musik. Diese Attraktion gehörte zum festlichen Charakter des Hauses und machte den Kinobesuch selbst zum Ereignis. Der Gloria Palast entwickelte sich zudem zu einem wichtigen Ort für Filmpremieren und gesellschaftliche Veranstaltungen.[1]
Im Lauf der Jahrzehnte wurde das Haus mehrfach umgestaltet und die Sitzplatzzahl reduziert. 2007 übernahm die Kinopolis-Gruppe den Betrieb; sie betreibt in München auch den Mathäser. 2012 folgte ein grundlegender Umbau zum Premiumkino. Die damals angekündigten Investitionen beliefen sich auf mindestens 1,2 Millionen Euro. Anstelle der dichten Reihen entstanden breite Ledersessel mit Fußhockern und Ablagetischen. Auch die Galerie erhielt eine aufgewertete Ausstattung. Die Kapazität sank auf rund 240 Plätze.[2][3]
Der Gloria Palast blieb damit als eigenständiges Einsaalkino erhalten, obwohl viele vergleichbare Filmpaläste aufgeteilt oder geschlossen wurden. Neben regulären Filmstarts werden dort weiterhin Premieren, Sondervorstellungen und ausgewählte Filmreihen angeboten.[4]
Säle & Technik
- Ein Saal mit Parkett und Balkon sowie 242 Plätzen einschließlich zweier Rollstuhlplätze.
- Leinwand: 13,87 × 5,89 Meter, entsprechend rund 81,7 m²; rechnerisches Seitenverhältnis ca. 2,35:1.
- Digitalprojektion: 4K-Laser; der Betreiber nennt außerdem 3D und High Frame Rate (HFR).
- Ton: Dolby Digital 7.1.
- Sitzkomfort: breite Premium-Ledersessel, Fußhocker und Ablagetische; Bedienung am Platz.
Die technischen Daten und die aktuelle Platzzahl stammen von der Betreiberwebsite (Abruf Oktober 2026). Ältere Verzeichnisse nennen 240 Plätze und teilweise abweichende Leinwandflächen.[5]
Besonderheiten
Die Verbindung aus historischem Filmpalast und modernem Premiumkonzept ist das prägende Merkmal des Gloria. Ein kostenloses Begrüßungsgetränk und eine Garderobe gehören laut Betreiber zum Angebot. Getränke und Snacks werden am Platz serviert. Trotz der stark reduzierten Sitzplatzzahl blieb der große, nicht in mehrere Säle unterteilte Zuschauerraum erhalten.[4]
Die frühere Wasserorgel mit ihren beleuchteten Fontänen zählt zu den ungewöhnlichsten Attraktionen der Münchner Kinogeschichte. Ihre Erwähnung ist auch deshalb bemerkenswert, weil solche aufwendigen Bühneneffekte heute praktisch nicht mehr zum regulären Kinobetrieb gehören.[1]
Barrierefreiheit
Nach Angaben des Betreibers ist der Zugang mit einem Rollstuhl nur eingeschränkt möglich. Im Parkett gibt es zwei ausgewiesene Rollstuhlplätze.[5]
Persönliches
In diesem Kino war ich zuletzt vor dem großen Umbau zum Edelkino, das sich an besser Betuchte richtet.
Um 2001 herum gab es donnerstags morgens eine zeitlang das Frühstückskino mit Brezn und Gebäck von Müller Brot (damals backten die noch selber) und Kaffee in Tassen mit dem Aufdruck "Cadillac & Veranda".
Quellen
- Gloria Palast: Historie (Gründung 1956, Wasserspiele, Premieren)
- Süddeutsche Zeitung: Kino erster Klasse (07.02.2012)
- München Wiki: Gloria Filmpalast
- Gloria Palast: offizielle Website und Premiumangebot
- Gloria Palast: Saalinformationen und technische Daten
Weblinks
Zuletzt bearbeitet: Oktober 2026