Filmtheater am Lenbachplatz
1949–1980 · geschlossen
Das Filmtheater am Lenbachplatz war ein großes Münchner Nachkriegskino im Bernheimer-Haus am Lenbachplatz 3. Es eröffnete nach der überlieferten Kinodokumentation am 8. März 1949 und schloss 1980. Der Kinosaal bot 625 Sitzplätze.[1]
| Status | geschlossen |
|---|---|
| Adresse | Lenbachplatz 3, München |
| Gebäude | Bernheimer-Haus (Bernheimer-Palais) |
| Eröffnung | 8. März 1949 (nach Cinema Treasures) |
| Schließung | 1980 (nach Cinema Treasures) |
| Säle | 1 |
| Sitzplätze | 625 |
| Leinwand | 8,50 × 3,50 m (CinemaScope; ca. 29,75 m²) |
| Projektion | Ernemann E VII |
| Ton | Später Vierkanal-Stereoton |
| Betreiber | „Alfonds Doblergy“ (laut Cinema Treasures) |
| Karte | OpenStreetMap |
Geschichte
Die Eröffnung wird auf den 8. März 1949 datiert. Die überlieferten Angaben zu Betriebszeit, Sitzplatzzahl, Projektoren und Leinwand stammen hauptsächlich aus dem internationalen Kinoarchiv Cinema Treasures; eine unabhängige zeitgenössische Bestätigung aller Einzelheiten steht noch aus.[1]
Ein bemerkenswerter zeitgenössischer Programmnachweis stammt vom Oktober 1949: Die Dokumentation über den umstrittenen Wunderheiler Bruno Gröning hatte am 21. Oktober 1949 in München gleichzeitig im Filmtheater am Lenbachplatz, in der Schauburg und im Merkur-Filmtheater Premiere. Die Branchenzeitschrift Illustrierte Filmwoche berichtete über die Aufführungen und zusätzliche Vorstellungen.[2]
1980 endete laut Cinema Treasures der Kinobetrieb. Als anschließende Nutzung wird Einzelhandel genannt; welche konkreten Räume betroffen waren und wie sie in spätere Umbauten eingingen, ist nicht abschließend geklärt.[1]
Säle & Technik
- Ein Kinosaal mit 625 Plätzen.
- Ernemann-E-VII-Filmprojektoren.
- Später Vierkanal-Stereotonanlage.
- CinemaScope-Leinwand mit 8,50 m Breite und 3,50 m Höhe, rechnerisch 29,75 m².
Die Maße sind historische Angaben und sagen nichts über die tatsächlich bespielte Bildfläche in anderen Formaten aus. Angaben zu Saalgefälle, Vorhang, Maskierung, genauer Lautsprecheranordnung und späteren Umbauten sind nicht gesichert.[1]
Das Gebäude: Bernheimer-Haus
Das Filmtheater war in einem architektonisch bedeutenden, wesentlich älteren Geschäftshaus untergebracht. Das Bernheimer-Haus entstand 1887 bis 1889 nach Plänen von Friedrich von Thiersch; Martin Dülfer gestaltete die repräsentative neubarocke Fassade. 1909/10 wurde der Komplex an der Ottostraße erweitert. Das denkmalgeschützte Haus war ursprünglich Sitz des Kunst- und Einrichtungshauses L. Bernheimer.[3][4]
Die Geschichte des Gebäudes umfasst auch die nationalsozialistische Verfolgung der jüdischen Familie Bernheimer und die erzwungene Enteignung des Unternehmens 1938. Nach dem Krieg erhielt Otto Bernheimer die Immobilie zurück; 1948 wurde der Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen. Spätere große Umbaumaßnahmen fanden ab Ende der 1980er-Jahre statt. Die heutige Gebäudestruktur darf daher nicht ohne Weiteres mit der Lage des ehemaligen Kinosaals gleichgesetzt werden.[3][5]
Offene Fragen
Ungeklärt sind insbesondere die genaue Lage und Zugangsführung des Kinosaals innerhalb des Bernheimer-Komplexes, die Betreiberfolge, das exakte Schließungsdatum und die unmittelbare Nachnutzung. Auch die in Cinema Treasures angegebene Schreibweise des Betreibernamens „Alfonds Doblergy“ bedarf einer Prüfung anhand deutscher zeitgenössischer Quellen.
Quellen
- Cinema Treasures: Filmtheater am Lenbachplatz – Eröffnung, Schließung, Sitzplätze, technische Ausstattung (sekundäre Datenbank)
- Illustrierte Filmwoche, 29. Oktober 1949 – zeitgenössischer Bericht über die Münchner Uraufführung am 21. Oktober 1949 (PDF-Transkription)
- Denkmal am Ort: Das Kunst- und Einrichtungshaus L. Bernheimer – Geschichte und Architektur
- Stadtgeschichte München: Bernheimer-Haus, historische Beschreibung von 1914
- Bei uns in München: Palais / Bernheimer-Haus – spätere Baugeschichte
- Wikimedia Commons: Aufnahme des Bernheimer-Hauses
Zuletzt bearbeitet: Oktober 2026