Filmmuseum München
seit 1963 · geöffnet (Spielbetrieb bis 18. April 2027 angekündigt)
Das Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum ist Deutschlands erstes kommunales Kino und zugleich eine international bedeutende Kinemathek. Neben dem öffentlichen Filmprogramm mit Retrospektiven, Originalfassungen, Stummfilmen mit Live-Musik und Filmgesprächen widmet es sich der Sammlung, Archivierung und Restaurierung von Filmen. Der Kinosaal liegt im historischen Marstallgebäude am St.-Jakobs-Platz.[1][2]
| Status | geöffnet; Betrieb laut Stadtmuseum bis 18.04.2027, danach sanierungsbedingte Unterbrechung angekündigt |
|---|---|
| Typ | Kommunales Kino / Kinemathek |
| Adresse | St.-Jakobs-Platz 1, 80331 München |
| Stadtbezirk | Altstadt-Lehel |
| Anfahrt | S-/U-Bahn Marienplatz; U-Bahn Sendlinger Tor; Bus 52/62 St.-Jakobs-Platz |
| Karte | OpenStreetMap |
| Eröffnung | 30.11.1963; heutiger Saal seit 09.09.1977 |
| Säle | 1 |
| Plätze | 165 (ursprünglicher Saal: 144) |
| Leinwand | Silberleinwand, auch für 3D-Vorführungen; Größe unbekannt |
| Träger | Landeshauptstadt München / Münchner Stadtmuseum |
| Leitung | Stefan Drößler (seit 1999) |
| Website | muenchner-stadtmuseum.de/film |
Geschichte
Am 30. November 1963 eröffnete die Filmabteilung des Münchner Stadtmuseums unter Rudolph S. Joseph. Der erste Kinosaal lag im ersten Stock des Museums und verfügte über 144 Plätze. Zur Eröffnung reiste Henri Langlois, der Leiter der Cinémathèque française, an; Walt Disney steuerte das Buffet bei. Der erste gezeigte Film war Der Prozess von Georg Wilhelm Pabst. Das Filmmuseum entwickelte sich zum ersten kommunalen Kino der Bundesrepublik.[3][4]
1973 übernahm Enno Patalas die Leitung. Unter ihm erlangte das Haus internationales Ansehen durch die Rekonstruktion und Restaurierung historischer Filme, besonders deutscher Stummfilme. Am 9. September 1977 wurde der heutige Kinosaal im Untergeschoss des Marstallgebäudes eröffnet, mit einer Vorführung von Max Ophüls’ Lola Montès in einer 4-Kanal-Magnettonkopie. Der neue Saal hatte 165 Plätze.[5]
Auf Patalas folgte 1994 Jan-Christopher Horak, 1999 Stefan Drößler. Unter Drößler wurde der Kinosaal 2003 grundlegend renoviert. Die Edition filmmuseum veröffentlicht seit 2005 ausgewählte Filme und Archivschätze auf DVD.[1][5]
Seit Januar 2024 sind die Ausstellungen des Münchner Stadtmuseums wegen der Generalsanierung geschlossen. Das Filmmuseum setzt seinen Kinobetrieb zunächst fort. Nach derzeitiger Planung bleibt das Kino bis einschließlich 18. April 2027 geöffnet; anschließend ist eine sanierungsbedingte Unterbrechung vorgesehen. Für die Wiedereröffnung des gesamten Stadtmuseums wird 2031 angestrebt.[6]
Saal & Technik
- Ein Saal mit 165 Sitzplätzen im Untergeschoss des historischen Marstallgebäudes.
- Silberleinwand; auch dreidimensionale Filmvorführungen sind möglich.
- Vorführung historischer analoger Filmformate, insbesondere 16 und 35 mm, sowie digitaler Fassungen; 70 mm gehört nicht zum regulären Projektionsangebot.
- Besondere Bedeutung haben korrekte Vorführgeschwindigkeiten und authentische Präsentationsbedingungen bei Stummfilmen und Archivkopien.
- Induktionsschleife für Hörgeräte; der Empfang ist an den Randplätzen der Sitzreihen am besten.
Exakte Leinwandmaße und eine vollständige aktuelle Aufstellung der Projektions- und Tonsysteme sind in den herangezogenen offiziellen Quellen nicht angegeben.[1][7]
Besonderheiten
Anders als ein gewöhnliches Programmkino ist das Filmmuseum zugleich ein Filmarchiv mit etwa 6.000 Filmkopien. Zu seinen restauratorischen Projekten zählen Metropolis, Die freudlose Gasse, Der Golem und Das Weib des Pharao; hinzu kommen Fragmente aus dem Nachlass von Orson Welles. Das Programm umfasst Retrospektiven, thematische Reihen, Filmgespräche und Festivals wie DOK.fest, Filmfest München und Underdox.[1]
Filme werden häufig in Originalfassung mit Untertiteln gezeigt. Stummfilmvorführungen werden regelmäßig live musikalisch begleitet. Ein ausführliches gedrucktes Programmheft sowie digitale Spielpläne einschließlich Kalenderdateien erleichtern die Planung.[2]
Barrierefreiheit
Am Eingang vom St.-Jakobs-Platz überbrückt eine Metallrampe eine Stufe. Alternativ ist ein barrierefreier Zugang über den Marstallhof möglich, dessen Kopfsteinpflaster jedoch hinderlich sein kann. Der Saal im Untergeschoss ist mit einem Aufzug erreichbar. Laut aktueller Information des Stadtmuseums stehen zwei Rollstuhlplätze zur Verfügung; eine barrierefreie Toilette befindet sich neben dem Kinoeingang. Eine Induktionsschleife ist vorhanden.[7]
Persönliches
Bei Cineasten beliebt, ich gehe nur ungern rein - halt, wenn ein Film wirklich nur dort läuft. Gründe sind ein absolutes Ess- und Getränkeverbot (Essverbot würde ich einsehen), ein Aufpasser, der während der Vorstellung hinten im Saal sitzt (anders als im Filmmuseum Frankfurt jedoch von einer externen Fira) und ein Publikum, das auch nur beim leisesten Rascheln mit einem Kaugummipapier empört aufschnauft. Nur heimlich und extrem vorsichtig trinken zu können, immer bemüht, nicht erwischt zu werden, beansprucht viel von der Aufmerksamkeit, die eigentlich der Film verdient hätte.
Unvergessen für mich die Stummfilme mit Louise Brooks in diesem Kino, mit Livemusik, und ein Rape-and-Revenge-Film, der hier anlässlich von 40 Jahren Werkstattkino gezeigt wurde. Interessant auch, wie sich bei "Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot" sich das Kino mehr und mehr leerte - unverständlicherweise.
Quellen
- Münchner Stadtmuseum: Geschichte des Filmmuseums
- Münchner Stadtmuseum: Informationen und Programmheft
- filmportal.de: 60 Jahre Filmmuseum München (2023)
- Museumsberatung Bayern: Geschichte des Münchner Filmmuseums (PDF)
- Filmmuseum: Programmheft zum 50-jährigen Bestehen (2013, PDF)
- Münchner Stadtmuseum: Fragen zur Generalsanierung
- Münchner Stadtmuseum: Barrierefreiheit
Weblinks
Zuletzt bearbeitet: Oktober 2026