Elisenhofkinos

bis Mai 2001 · geschlossen

Die Elisenhofkinos waren ein ehemaliges Kinoangebot im Elisenhof nahe dem Münchner Hauptbahnhof. Sie waren vor allem als Nachspielkino bekannt: Hier liefen Filme, die andernorts ihre Erstaufführung bereits hinter sich hatten. Im Mai 2001 endete der Kinobetrieb. Zuletzt war die Kinowelt AG Betreiberin.[1]

Statusgeschlossen
NameElisenhofkinos; in zeitgenössischen Artikeln auch „Elisenhof“
StandortElisenhof, Bereich Elisenstraße / Prielmayerstraße / Luisenstraße, 80335 München
StadtbezirkMaxvorstadt, unmittelbar am Hauptbahnhof
EröffnungNicht zuverlässig belegt; der Elisenhof-Gebäudekomplex stammt von 1984
SchließungMai 2001; genauer letzter Vorstellungstag nicht gesichert
Letzter BetreiberKinowelt AG
ProfilNachspielkino
Säle / Plätze70/70/72 (Quelle?)
Leinwand / TonKeine belastbaren technischen Angaben gefunden
KarteStandort des Elisenhofs auf OpenStreetMap

Geschichte

Der Elisenhof entstand 1984 als Büro- und Geschäftskomplex am Münchner Hauptbahnhof. Der Bau wurde nach Plänen des Architekten Herbert Kochta errichtet. Die Kinos waren Teil dieses zentral gelegenen Gebäudekomplexes. Aus dem Baujahr des Elisenhofs lässt sich allerdings nicht ohne weitere Belege auf das genaue Eröffnungsdatum der Kinos schließen.[3]

Die Elisenhofkinos erfüllten eine andere Funktion als große Erstaufführungshäuser: Als Nachspielkino ermöglichten sie den Besuch von Filmen, die bereits einige Zeit auf dem Markt waren. Ein zeitgenössischer Artikel der Welt charakterisierte das Haus ausdrücklich in diesem Sinne.[1]

Im Frühjahr 2001 wurde die wirtschaftliche Lage für den Betrieb offenbar untragbar. Laut einem Bericht vom 28. Juni 2001 lief der Mietvertrag im Mai aus; die Kinowelt AG hielt eine Fortführung nicht mehr für wirtschaftlich. Das Haus schloss im Mai 2001. Eine weitere zeitgenössische Darstellung nennt Verluste und Konkurrenzdruck als wesentliche Faktoren.[1][2]

Schließung und Münchner Kinosterben

Die Schließung fiel in eine Reihe von Kinoaufgaben um die Jahrtausendwende. Ende 1999 hatte das Odyssee geschlossen, im Jahr 2000 das Cinerama im Kunstpark Ost und im April 2001 das Türkendolch. Die Welt am Sonntag berichtete im Juni 2001 über sieben geschlossene Kinosäle mit insgesamt 940 Plätzen, bezogen auf mehrere betroffene Kinos der damaligen Schließungswelle – nicht auf die Elisenhofkinos allein.[2]

Gleichzeitig veränderte sich der Münchner Kinomarkt durch den Ausbau großer Multiplexhäuser. Die damalige Kinowelt-Gruppe war über ihre Tochter Kinopolis auch mit dem geplanten neuen Mathäser verbunden. Die Elisenhofkinos standen somit exemplarisch für den Strukturwandel, bei dem kleinere beziehungsweise ältere Kinostandorte gegenüber großen Anlagen unter Druck gerieten.[1][2]

Säle und Technik

Zu Anzahl und Aufteilung der Säle, Sitzplätzen, Leinwandmaßen und Projektionssystemen liegen in den hier ausgewerteten, öffentlich zugänglichen Quellen keine ausreichend belastbaren Einzelangaben vor. Insbesondere wäre es irreführend, die in der zeitgenössischen Presse genannten 940 Plätze dem Elisenhof zuzuschreiben: Diese Zahl bezieht sich ausdrücklich auf mehrere damals geschlossene Kinos.[2]

Historische Kinoprogramme, Branchenverzeichnisse, Bauakten oder Fotos der Saalpläne könnten die noch offenen Fragen klären. Bis dahin bleiben diese Felder bewusst ohne Zahlenangabe.

Gebäude und Nachnutzung

Der Elisenhof selbst besteht weiterhin und wird als Büro- und Geschäftskomplex genutzt. An der Stelle des Kinos befindet sich nun die oberste Etage des Drogeriemarktes Müller.[3][4]

Persönliches

Kein sehr sympathisches Kino, aber man konnte dort gut Filme sehen, die anderswo nicht mehr liefen. Kann mich an den "Unfisch" erinnern.

Quellen

  1. Die Welt, 28.06.2001: „Hausgemachte Krise?“ – Nachspielkino, Kinowelt AG, Mietvertragsende im Mai
  2. Welt am Sonntag, 2001: „Tod im Multiplex-Format“ – Schließungswelle und Kinomarkt
  3. Elisenhof München – Baugeschichte, Standort und Sanierung; als Überblicksquelle
  4. Elisenhof: heutiger Standort
  5. München Wiki: ehemalige Münchner Kinos – Elisenhofkinos als 2001 geschlossen verzeichnet

Weblinks

Zuletzt bearbeitet: Oktober 2026