Cinerama (Kunstpark Ost)

spätestens 1999–Oktober 2000 · geschlossen

Das Cinerama war ein kurzlebiges Kino auf dem Gelände des Kunstparks Ost beim Münchner Ostbahnhof. Es befand sich auf dem früheren Pfanni-Fabrikareal, das ab September 1996 als Freizeit- und Kulturstandort genutzt wurde. Das Cinerama stellte seinen Betrieb im Oktober 2000 ein. Zeitgenössische Berichte führten das Ende auf mangelnden Publikumszuspruch zurück.[1][2]

Steckbrief

Statusgeschlossen
NameCinerama; auch „Cinerama im Kunstpark Ost“
StandortKunstpark Ost, ehemaliges Pfanni-Werksgelände am Ostbahnhof, München-Berg am Laim
Eröffnungnicht gesichert; Kino auf dem Areal spätestens im Juni 1999 zeitgenössisch erwähnt
SchließungOktober 2000
Schließungsgrundlaut zeitgenössischer Presse zu geringer Publikumszuspruch
BetreiberFUTURA Kino-Betriebsgesellschaft mbH. Theaterleiter war Anatol Nitschke.
Säle / Sitzplätzenicht zuverlässig ermittelt
Leinwandmaße / Vorführtechniknicht zuverlässig ermittelt

Geschichte

Ein Kino im Kunstpark Ost

Nachdem die Pfanni-Produktion 1996 den Standort verlassen hatte, eröffnete im September desselben Jahres auf dem ehemaligen Fabrikgelände der Kunstpark Ost. Neben Clubs, Bars, Gastronomie und Ateliers gehörten auch kulturelle Einrichtungen zum Angebot. Ein französischsprachiger zeitgenössischer Bericht vom 1. Juni 1999 zählt ausdrücklich ein Kino zu den Einrichtungen des Kunstparks. Dass dieses bereits von Beginn an als „Cinerama“ betrieben wurde, lässt sich daraus allein nicht ableiten.[3][4]

Schließung im Oktober 2000

Das Cinerama gab im Oktober 2000 seine letzte Vorstellung. Im Juni 2001 berichtete die Welt rückblickend, dass das Kino zu wenig Publikumszuspruch gefunden habe. Es gehörte damit zur Schließungswelle Münchner Kinos um die Jahrtausendwende, zu der auch Odyssee, Türkendolch und Elisenhofkinos gezählt wurden.[1][2]

Was aus dem Standort wurde

Der Kunstpark Ost bestand als Gesamtareal bis Anfang 2003; danach wurde das Gelände unter anderem als Kultfabrik weitergenutzt und später zum Werksviertel umgestaltet. Eine konkrete Nachnutzung der ehemaligen Cinerama-Räume konnte nicht verlässlich ermittelt werden. Die Geschichte des Gesamtgeländes darf deshalb nicht mit der Geschichte des einzelnen Kinos gleichgesetzt werden.[4][5]

Zum Namen „Cinerama“

Der Name erinnert an das großformatige Cinerama-Breitwandverfahren, das historisch auch in München gezeigt wurde – etwa im City-Filmpalast an der Sonnenstraße. Für das Kino im Kunstpark Ost ist jedoch keine entsprechende Drei-Streifen-Cinerama-Anlage nachgewiesen.[6]

Offene Fragen

Bislang fehlen belastbare Nachweise zur genauen Adresse auf dem weitläufigen Gelände, zum Eröffnungsdatum, zur Saalzahl, Bestuhlung und Leinwandgröße. Auch das damalige Programmprofil und die spätere Verwendung der Kinoräume sind offen.

Persönliches

Kann mich daran erinnern, mal wegen des Kinos auf dem Gelände des Kunstpark Ost gewesen zu sein. Ob ich auch drin war? Keinerlei Erinnerung. Beim Cinerama muss ich jedoch an große Wellblechwände denken - Einbildung oder Erinnerung?

Quellen

  1. Welt am Sonntag: Tod im Multiplex-Format (2001; letzte Vorstellung im Oktober 2000).
  2. Die Welt: Hausgemachte Krise? (28. Juni 2001; geringer Publikumszuspruch).
  3. L’Orient-Le Jour: Vie nocturne dans une usine (1. Juni 1999; Kino auf dem Gelände erwähnt).
  4. Münchner Wochenanzeiger: Partymachen statt Knödel essen (23. Juli 2010; Geschichte des Kunstparks).
  5. MunichArtToGo: Der Kunstpark Ost (historische Standortdokumentation).
  6. in70mm.com: 3-Streifen-Filme (Cinemiracle / Cinerama) (historische Cinerama-Projektion im Münchner City-Filmpalast).

Zuletzt bearbeitet: Oktober 2026