Cincinnati
US-amerikanisches Soldatenkino · heute öffentliches Kino · geöffnet
Das Cincinnati im Fasangarten ist eines der ungewöhnlichsten Münchner Kinos: ein ursprünglich für Angehörige der US-Streitkräfte errichtetes Lichtspielhaus mit einem einzigen, ungewöhnlich großen Saal, breitem Mittelgang, großzügiger Beinfreiheit und großer Bühne. Das freistehende Gebäude liegt in der ehemaligen amerikanischen Siedlung am Perlacher Forst.[1]
| Status | geöffnet |
|---|---|
| Typ | Einsaalkino, ehemals US-amerikanisches Soldatenkino |
| Adresse | Cincinnatistraße 31, 81549 München |
| Stadtbezirk | Obergiesing-Fasangarten |
| Anfahrt | S-Bahn Fasanengarten (Fußweg); Busverbindungen im Umfeld |
| Karte | OpenStreetMap |
| Eröffnung | als US-Soldatenkino in den 1950er-Jahren; Wiedereröffnung als öffentliches Kino am 2. September 1993 |
| Säle | 1 |
| Plätze | 393 laut aktueller Betreiberwebsite; früher 428–430 angegeben |
| Leinwand | ca. 12 × 5 m (60 m²; ältere Angabe) |
| Betreiber | FTB Wilhelm / Thomas Wilhelm |
| Website | cincinnati-muenchen.de |
Geschichte
Das Cincinnati entstand im Umfeld der amerikanischen Wohnsiedlung am Perlacher Forst, die in den 1950er-Jahren für Angehörige der US-Streitkräfte errichtet wurde. Das Kino war zunächst ein Family Theater für die amerikanische Gemeinschaft. Ein Zeitungsbericht von Michael Althen erinnert daran, dass der Zugang früher kontrolliert wurde und die Vorstellungen nicht einfach für die deutsche Nachbarschaft bestimmt waren.[2]
Nach dem Rückzug der Amerikaner wurde das Kino am 2. September 1993 für die allgemeine Öffentlichkeit wiedereröffnet. Am 1. August 1999 übernahm Thomas Wilhelm den Betrieb. Überlegungen, den großen Saal in mehrere kleine Säle aufzuteilen, wurden wegen der hohen Umbaukosten nicht umgesetzt. Damit blieb die charakteristische Raumstruktur erhalten.[1][2]
Die Eröffnung des Mathäser-Multiplexes 2003 verstärkte die Konkurrenz um das Publikum. 2010 investierte Wilhelm in digitale Projektionstechnik und ermöglichte damit auch 3D-Vorführungen. 2014 berichtete artechock über Unsicherheiten hinsichtlich der langfristigen Zukunft des Gebäudes; das Kino ist weiterhin in Betrieb.[1][3]
Säle & Technik
- Ein großer Saal mit derzeit 393 Plätzen laut Betreiberwebsite. Die ältere Fachberichterstattung nennt 428 Plätze, andere Verzeichnisse 430.[3][4]
- Leinwand nach Kinoangaben 60 m², nach älteren Angaben etwa 12 × 5 Meter. Das rechnerische Seitenverhältnis beträgt 2,40:1.[4]
- Ungewöhnlich breiter Mittelgang, große Reihenabstände und eine Bühne vor der Leinwand. artechock bezifferte die Bühne 2014 auf rund 80 m².[1]
- Digitale Filmprojektion und 3D-Technik; Digitalisierung 2010. Ältere Angaben nennen Dolby SR und Digitalton. Konkrete aktuelle Projektor-, Auflösungs- und Tonsystemdaten gibt es nicht.[1][4]
Besonderheiten
Das Cincinnati hebt sich durch seine freistehende, funktionale Nachkriegsarchitektur und die Dimensionen des Saals von den meisten Münchner Kinos ab. Zum Haus gehören ein geräumiges Foyer mit Bar und ein Parkplatz unmittelbar vor dem Gebäude. Das reguläre Programm umfasst vor allem publikumsorientierte Filme; hinzu kommen Sonderveranstaltungen, beispielsweise Kasperltheater und das VdK-Kino.[1][2][3]
2022 fand hier die Eröffnung der 70. Internationalen Filmkunstwochen München statt – ein bemerkenswerter Einsatz des großen Saals für eine stadtweite Kinoveranstaltung.[5]
Barrierefreiheit
Nach den Angaben von „Kultur barrierefrei München“ sind Eingang, Foyer und Kinosaal über eine Rampe barrierefrei erreichbar. Die Einrichtung nennt breite Gänge und eine rollstuhlgerechte Toilette. Ein eigener Parkplatz ist vorhanden, ausdrücklich ausgewiesene Behindertenparkplätze werden jedoch nicht genannt.[6]
Persönliches
In diesem Kino war ich noch nie.
Quellen
- artechock: „Ich will nicht in Schönheit sterben“, 27.02.2014
- Michael Althen: „Eine fremde Welt, hundertprozentig“, Süddeutsche Zeitung, 02.09.1993
- Cincinnati: Offizielle Kinoinformationen
- artechock: Kinoeintrag mit technischen Daten
- Süddeutsche Zeitung: Eröffnung der Filmkunstwochen, 28.07.2022
- Kultur barrierefrei München: Cincinnati Kino
- Cincinnati: Impressum
Weblinks
Zuletzt bearbeitet: Oktober 2026