AKI – Aktualitätenkino im Hauptbahnhof

1951/1953–1996 · geschlossen

Das AKI im Münchner Hauptbahnhof war ursprünglich ein Aktualitätenkino: ein auf Reisende zugeschnittenes Kino mit fortlaufenden Wochenschauen und kurzen Filmbeiträgen. Später wurde es zum regulären Spielfilmkino und schließlich vor allem für Erotikfilme bekannt. Der Betrieb endete am 2. Januar 1996.[1]

Steckbrief

Statusgeschlossen; ehemaliger Standort abgerissen
NameAKI (Abkürzung für Aktualitätenkino)
StandortMünchen Hauptbahnhof, erster Stock der ehemaligen Schalterhalle; vom Haupteingang aus links, über dem damaligen Tabakladen
AdresseBayerstraße 10a / Hauptbahnhof (Bahnhofsanschrift; abweichende historische Adressangaben in Verzeichnissen)
Eröffnung1951 laut Süddeutscher Zeitung; 1953 laut Cinema Treasures
Schließung2. Januar 1996
Säle1
Sitzplätze482 laut Cinema Treasures und Übersicht der Aktualitätenkinos; zeitgenössischer Rückblick: „gut 500“
LeinwandmaßeNicht zuverlässig ermittelt
Frühe BetreiberstrukturAKI-Aktualitätenkino AG beziehungsweise Aktualitätenkino-Betriebs-GmbH aus Frankfurt am Main; spätere Betreiber nicht durchgehend gesichert

Geschichte

Das Kino als Nachrichtenmedium

In den ersten Nachkriegsjahrzehnten waren bewegte Nachrichtenbilder außerhalb des Fernsehens vor allem im Kino zu sehen. Das AKI-Konzept nutzte diesen Bedarf und den Standort am Bahnhof: Das Programm lief wiederholt, die Besucher konnten zu beliebigen Zeiten kommen und gehen. Gezeigt wurden verschiedene Wochenschauen, kurze Dokumentationen, Kulturfilme und Zeichentrick- oder Slapstickfilme. Die bundesweite AKI-Kette war besonders in den 1950er-Jahren erfolgreich.[1][3]

Das typische Programm dauerte ungefähr 50 Minuten und wurde mit dem Slogan „In 50 Minuten um die Welt“ beworben. Der Eintritt kostete anfänglich 50 Pfennig. Cinema Treasures beschreibt als Besonderheiten eine Uhr im Saal und eine zusätzliche kleine Anzeige für Zugverbindungen; diese Ausstattungsangaben sind nicht unabhängig für den Münchner Standort bestätigt.[2][4]

Vom Nachrichten- zum Spielfilm- und Erotik-Kino

Mit der Verbreitung des Fernsehens verlor das Wochenschaukonzept an Attraktivität. Die AKI-Häuser wechselten in den 1960er-Jahren schrittweise zu Spielfilmen. Auch in München dominierten später andere Genres, darunter Action- und Erotikfilme. Die Süddeutsche Zeitung erinnert insbesondere an die Erotikfilmphase und die diskrete Lage des Zugangs im Bahnhof.[1][3]

Schließung und Verschwinden des Standorts

Das Münchner AKI schloss am 2. Januar 1996. Seine Räume befanden sich in der alten Schalterhalle des Hauptbahnhofs, die im Zuge der Neugestaltung des Bahnhofs ab 2019 abgetragen wurde. Das Kino war damit schon lange vor dem Abriss verschwunden; auch seine ehemalige bauliche Umgebung existiert heute nicht mehr.[1]

Saal und Technik

Das AKI war ein Einsaal-Kino. In Kinodatenbanken werden 482 Sitzplätze angegeben; die Süddeutsche Zeitung beschreibt die Kapazität weniger präzise als „gut 500“. Cinema Treasures nennt Philips-FP5-Projektoren und eine Umstellung auf CinemaScope 1956. [1][2]

Quellenkritik und offene Fragen

  • Eröffnungsjahr: 1951 in der Süddeutschen Zeitung und in einer Übersicht der Aktualitätenkinos; 1953 bei Cinema Treasures. Möglicherweise wurden Eröffnung des Kinos und Fertigstellung der neuen Schalterhalle vermischt.
  • Schließungsjahr:Die Angabe bei Cinema Treasures ist falsch, korrekt ist der 2. Januar 1996.
  • Adresse: Als Orientierung ist der Standort im Hauptbahnhof verlässlicher als einzelne historische Straßenadress-Einträge.
  • Leinwand und Betreiber: Exakte Bildwandmaße sind nicht bekannt.
  • Leinwand und Betreiber: AKI- Aktualitäten-Kino GmbH.

Persönliches

Ein Artikel in der Süddeutschen, in dem eine verarmte Adlige als Kassenkraft sowie ein Fensterputzer als schlafender Dauergast erwähnt wurden, machte ich total neugierig - ich bereue es bis heute, es nie in dieses Kino geschafft zu haben.

Quellen

  1. Süddeutsche Zeitung (12. September 2019): „Wie das Aki mehr als eine Generation prägte“ – Lage, Programmgeschichte, Schließung, Bahnhofsumgestaltung.
  2. Cinema Treasures: Aki Aktualitäten Kino im Hauptbahnhof – Sitzplätze und Technik; widersprüchliche Datierung.
  3. Aktualitätenkino – Überblick und Liste der Häuser – Konzept, AKI-Kette und Münchner Eintrag.
  4. Stadt Hannover: Geschichte des dortigen AKI – Hintergrund zum überregionalen AKI-Konzept, nicht zu Münchner Saaldaten.
  5. Köln im Film: AKI Hauptbahnhof – Hintergrund zum Bahnhofskino-Modell und Dauerprogramm.

Zuletzt bearbeitet: Oktober 2026